von weiten reisen, nerdigen skripten und kreativem agenturleben
21 Apr
Bereits vor längerer Zeit habe ich mir aus reiner Neugierde ein Einsteiger-Zeichen-Tablet zugelegt. Das Bamboo One von Wacom.
Bisher hatte ich leider keine Zeit das Tablet wirklich intensiv zu benutzen, weshalb ich anfangs auch etwas skeptisch war. Doch meine ersten Zweifel sind verflogen.
Am Wochenende hatte ich endlich mal wieder etwas mehr Zeit. Und ich habe es genossen. Ich habe nicht eine einzige wichtige E-Mail erhalten, und außer dem Physik-Protokoll nicht sehr viel auf meiner To-Do-Liste gehabt. Also habe ich an meinem Schweden-Booklet weitergearbeitet das ich schon so lange plane. Ich möchte ein kleines 14 x 14 cm Booklet erstellen, drucken und dann selber an der HdM binden (gegen einen geringen Selbstkostenbeitrag nehme ich Vorbestellungen entgegen
). Das Booklet soll mein Reisetagebuch visualisieren – und natürlich auch viele Bilder enthalten.
Das einzige Problem das ich hatte, war, meine Reiseroute zu dokumentieren. Anfängliche Versuche mit Scans oder Fotos von Landkarten erschienen mir eher suboptimal, und so bin ich auf die Idee gekommen, die Karten grob zu vektorisieren. Und hier hatte ich nun endlich die Chance mein Tablet ausgiebig zu testen. Ein bisschen eingewöhnen musste ich mich, aber inzwischen klappt das im Zusammenspiel mit dem Adobe Illustrator wirklich super! Ich bin begeistert. Man erzielt wirklich schnell super Ergebnisse – und im Layout sieht’s bis jetzt schon prima aus…
Einen Tipp habe ich noch: Prägt euch Tastatur-Shortcuts ein! Ohne werdet ihr hier nicht mehr weiterkommen, denn wer einmal den Stift in der Hand hält, will ihn nicht mehr gegen die MightyMouse tauschen
So, und jetzt warte ich nur noch auf Aufträge, bei denen ich auch mit dem Tablet etwas kreativ sein kann…
Kurze Quizfrage: Wie oft sind euch in letzter Zeit verzerrte oder gestauchte Bilder aufgefallen? Sei es in Zeitungen, Zeitschriften, im Web oder auf offiziellen Berichten… Zu oft vermutlich um noch mitzählen zu können. Vielen Leuten bleibt jedoch meist nichts anderes übrig, als die Bilder zu stauchen oder zu verzerren, weil sie nicht über die nötigen Kentnisse verfügen, es anders zu machen. Eine Möglichkeit wäre, aus dem Bild unwichtige Teile herauszuschneiden und so zu retuschieren, dass es nachhier wieder frisch aussieht. Langwierige Arbeit kann ich euch sagen… Die Alternative dürfte wohl bald Marktreife erlangen und wesentlich schneller gehen!
Bereits vor geraumer Zeit entwickelte ein Kollege von mir ein Script mit dem es möglich ist, automatisch(!) unwichtige Bildinformationen aus einem Bild herauszuschneiden und somit „inhaltsbezogen zu skalieren“. Das Programm selbst erkennt dabei anhand von Reliefs und Hochpass-Bildern wo sich Kanten (= „vermutlich wichtige Bildinformationen“) befinden und wo nicht. An den Stellen an denen sich die wenigsten Kanten befinden beginnt das Script das Bild von oben nach unten Pixel für Pixel abzutasten. Es wird ein Schnittpfad errechnet der möglichst wenige Kanten schneidet, die Pixel auf dieser Linie werden gelöscht, und die rechte Bildhälfte um ein Pixel nach links an den linken Bildrest herangerückt. An Kanten-Schnittpunkten werden zusätzlich die Pixel rechts und links des Schnittpfades betrachtet und angepasst um eventuelle Abstufungen z.B. im Gelände zu vermeiden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Bild die gewünschte endgültige Breite erreicht hat. Somit wurde es automatisch inhaltsbezogen skaliert, ohne wichtige Bildinformationen zu verzerren.
Leider war Ariel Shamir bereits schneller als der Benni, und hat das ganze Prinzip in einem superschönen Video zusammengefasst. Außerdem hat er den ganzen Prozess noch umgekehrt, so dass auch eine automatische Erweiterung an „unwichtigen Bildstellen“ möglich ist. Ganz großes Kino!!!
Man muss jedoch dazusagen, dass an der Technik noch etwas gefeilt werden muss. Porträt-Bilder von Personen z.B. können nicht ohne weiteres skaliert werden, weil Gesichter nicht aus Kanten sondern aus Farbverläufen bestehen. Dadurch zählt das Gesicht für das Programm nicht zu den wichtigen Bildstellen und wird gnadenlos gelöscht. Böse, entstellte Zombies sind die Folge
Ein einfacher Lösungsansatz für ein marktreifes Programm wäre, wichtige Bildstellen die auf gar keinen Fall automatisch skaliert werden dürfen, vor dem skalieren zu markieren. Eventuell wie in Photoshop mit einem Auswahl-Pinsel. An dieser Stelle hat inzwischen ein findiger Programmierer angesetzt und eine Online-Applikation in Flash geschrieben, mit der ihr das ganze selbst mal testen könnt. Einfach euer Testbild hochladen und ein bisschen Geduld bei der automatischen Berechnung einplanen. Aber ihr werdet sehen, es lohnt sich!
Hej hej, jag heter Tobias och är tjugofyra år gammal. Das, liebe Freunde der Sprachenkultur, war Schwedisch. Und nochmals auf deutsch: mein Name ist Tobias und ich bin 24 Jahre alt. An der Hochschule der Medien in Stuttgart habe ich acht Semester "Druck- und Medientechnologie" studiert. Anfang 2007 habe ich mich mit [mediaversal] selbstständig gemacht, meinem StartUp das mir die Zeit des Studiums etwas versüßte. Seit April 2011 arbeite ich jedoch festangestellt bei der pagina GmbH und entwickle und gestalte E-Books. Und was sonst noch so los ist erfahrt ihr hier im Blog!