von weiten reisen, nerdigen skripten und kreativem agenturleben
16 Okt
Kurze Quizfrage: Wie oft sind euch in letzter Zeit verzerrte oder gestauchte Bilder aufgefallen? Sei es in Zeitungen, Zeitschriften, im Web oder auf offiziellen Berichten… Zu oft vermutlich um noch mitzählen zu können. Vielen Leuten bleibt jedoch meist nichts anderes übrig, als die Bilder zu stauchen oder zu verzerren, weil sie nicht über die nötigen Kentnisse verfügen, es anders zu machen. Eine Möglichkeit wäre, aus dem Bild unwichtige Teile herauszuschneiden und so zu retuschieren, dass es nachhier wieder frisch aussieht. Langwierige Arbeit kann ich euch sagen… Die Alternative dürfte wohl bald Marktreife erlangen und wesentlich schneller gehen!
Bereits vor geraumer Zeit entwickelte ein Kollege von mir ein Script mit dem es möglich ist, automatisch(!) unwichtige Bildinformationen aus einem Bild herauszuschneiden und somit „inhaltsbezogen zu skalieren“. Das Programm selbst erkennt dabei anhand von Reliefs und Hochpass-Bildern wo sich Kanten (= „vermutlich wichtige Bildinformationen“) befinden und wo nicht. An den Stellen an denen sich die wenigsten Kanten befinden beginnt das Script das Bild von oben nach unten Pixel für Pixel abzutasten. Es wird ein Schnittpfad errechnet der möglichst wenige Kanten schneidet, die Pixel auf dieser Linie werden gelöscht, und die rechte Bildhälfte um ein Pixel nach links an den linken Bildrest herangerückt. An Kanten-Schnittpunkten werden zusätzlich die Pixel rechts und links des Schnittpfades betrachtet und angepasst um eventuelle Abstufungen z.B. im Gelände zu vermeiden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Bild die gewünschte endgültige Breite erreicht hat. Somit wurde es automatisch inhaltsbezogen skaliert, ohne wichtige Bildinformationen zu verzerren.
Leider war Ariel Shamir bereits schneller als der Benni, und hat das ganze Prinzip in einem superschönen Video zusammengefasst. Außerdem hat er den ganzen Prozess noch umgekehrt, so dass auch eine automatische Erweiterung an „unwichtigen Bildstellen“ möglich ist. Ganz großes Kino!!!
Man muss jedoch dazusagen, dass an der Technik noch etwas gefeilt werden muss. Porträt-Bilder von Personen z.B. können nicht ohne weiteres skaliert werden, weil Gesichter nicht aus Kanten sondern aus Farbverläufen bestehen. Dadurch zählt das Gesicht für das Programm nicht zu den wichtigen Bildstellen und wird gnadenlos gelöscht. Böse, entstellte Zombies sind die Folge
Ein einfacher Lösungsansatz für ein marktreifes Programm wäre, wichtige Bildstellen die auf gar keinen Fall automatisch skaliert werden dürfen, vor dem skalieren zu markieren. Eventuell wie in Photoshop mit einem Auswahl-Pinsel. An dieser Stelle hat inzwischen ein findiger Programmierer angesetzt und eine Online-Applikation in Flash geschrieben, mit der ihr das ganze selbst mal testen könnt. Einfach euer Testbild hochladen und ein bisschen Geduld bei der automatischen Berechnung einplanen. Aber ihr werdet sehen, es lohnt sich!
Hej hej, jag heter Tobias och är tjugofyra år gammal. Das, liebe Freunde der Sprachenkultur, war Schwedisch. Und nochmals auf deutsch: mein Name ist Tobias und ich bin 24 Jahre alt. An der Hochschule der Medien in Stuttgart habe ich acht Semester "Druck- und Medientechnologie" studiert. Anfang 2007 habe ich mich mit [mediaversal] selbstständig gemacht, meinem StartUp das mir die Zeit des Studiums etwas versüßte. Seit April 2011 arbeite ich jedoch festangestellt bei der pagina GmbH und entwickle und gestalte E-Books. Und was sonst noch so los ist erfahrt ihr hier im Blog!
Ein Kommentar zu “Intelligentes Skalieren von Bildern”
[…] ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle unter dem Titel “Intelligentes Skalieren von Bildern” über eine Bildbearbeitungs-Technologie namens “Seam Carving” gebloggt. Ein Kollege […]
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